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"Infoscreen" (embedded)
2005; Video; 5:11 min.
Screenshots:
Die Videoarbeit reproduziert mit einfachsten Mitteln die mediale Essenz der „Operation Iraqi Freedom“ (2003) in unserem visuellem Kollektivgedächtnis.

In einer vorbeiziehenden Wüstenlandschaft finden sich die Memoiren der ersten Kriegstage und Wochen, wie sie uns hauptsächlich von den so genannten „embedded journalists“ im Fernsehen vermittelt wurden.

Das Bildmaterial für die Kulissen und die „Pappkameraden“ im Video stammt hauptsächlich aus Privatfotos, die sich im Internet in den Blogs der Soldaten und den Selbstdarstellungen der Militäreinheiten finden lassen.

Die offensichtliche Künstlichkeit des Videos korreliert mit der Propagandafunktionalität der Originalbilder. Das Video übernimmt die folgenden Stilmittel der Originalbilder:


  • Die schlechte Qualität der Bilder verheißt absolute Aktualität, da die Aufnahmen anscheinend Zeit und Datensparend über das Internet übertragen wurden und nicht auf die übliche Weise, was eine bessere Bildqualität gewährleisten würde.
  • Sandsturmaufnahmen mit wenig Informationsgehalt, welche die eigentlichen Geschehnisse ausklammern, schaffen eine geheimnisvolle dramatische Atmosphäre.
  • Das vorwärts Drängen, die scheinbar endlose und unaufhaltsamen Fahrt und das schnelle vorbeiziehen der eigentlich interessanten Bildinhalte suggeriert viel Aktion ohne konkrete Informationsvermittlung.
  • Die verwackelten, offensichtlich aus der Hand gefilmten Aufnahmen bewirken in dem Betrachter den Eindruck eines authentischen dabei Seins.
  • Es kommt zu einer Befriedigung des Informationsbedürfnisses ohne das Inhalte, welche eigentlich von Interesse sind aber unter Zensur stehen, transportiert werden müssen.

In dem Video geht es um mehr als ein Medienkkritisches selbstreflexives Zitat, sondern auch um das Aufspüren der kollektiven Bilderwelt die wir nach diesem „Medienereignis“ in uns tragen.